Die Praga in der Forschung

Seit einigen Jahren beschäftigt sich die tschechische Geschichtswissenschaft mit der Schlaraffia — mit einem eigenen Forschungsprojekt, einer Web-Ausstellung des Prager Stadtmuseums und dem gründlichsten Fachaufsatz, der je über die Allmutterburg erschien. Diese Seite ist auch eine Einladung an die Fachwelt.

Diese Gedenkseite stützt sich an entscheidenden Stellen auf laufende wissenschaftliche Arbeit — nicht nur auf schlaraffische Überlieferung. Wer selbst weiterforschen will, findet hier die wichtigsten Anknüpfungspunkte.

Der gründlichste Fachaufsatz: Kalašová 2025

Renáta Kalašová vom Stadtmuseum Prag (Muzeum hlavního města Prahy) veröffentlichte 2025 den bislang genauesten Fachaufsatz über das Burghaus der Allmutter selbst:

Renáta Kalašová: Allmutterburg. Sídlo pražského německého spolku Schlaraffia ve Štěpánské ulici v době vrcholících národnostních nepokojů na přelomu 19. a 20. století. In: Studia Musei Pragensis 2025, Bd. 1, Nr. 1, S. 120–162. [KAL-25]

Der begutachtete Aufsatz liefert unter anderem den Architekten, die Konskriptionsnummer und Grundstücksmaße des Burghauses, die Dezemberunruhen von 1897 und die Abrissgeschichte des Hauses 1976/1998. Er ist frei zugänglich: → Volltext bei der Studia Musei Pragensis (PDF)

Die Web-Ausstellung des Stadtmuseums

Dasselbe Museum zeigt in der Web-Ausstellung Pražská Schlaraffia dreizehn nachgewiesene Praga-Objekte mit ihren Inventarnummern — von Kalašová selbst kuratiert. Sie ist der sichtbare, öffentlich zugängliche Teil derselben Forschungsarbeit, die auch diesen Fachaufsatz trägt.

Das Forschungsprojekt in Opava

An der Schlesischen Universität Opava (Troppau) läuft unter der Leitung von doc. Mgr. Martin Pelc, Ph.D. das Forschungsprojekt GA ČR 23-04979S, Šlarafie: prvek hry v kultuře 19. století (2023–2025). Es führt eine Mitgliederdatenbank mit Lebensdaten und Bildbestand für 39 Reyche und Colonien auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik, durchnummeriert von 001 Praga bis 301 — die Allmutter selbst trägt darin also folgerichtig die Nummer 1. Aus dem Projekt hervorgegangen ist unter anderem:

Dorko/Pelc, „Arizace humoru. Spolky Urschlaraffia v letech 1925–1939", Časopis Matice moravské 143/2024.

Diese Arbeit behandelt gerade die Jahre, in denen sich Allschlaraffia dem Arier-Paragraphen beugte oder widersetzte — der Stoff von → Das Ende, 1933–1939.

Eine wissenschaftliche Monographie

Bereits 2012 legte Kateřina Hlavničková an der Südböhmischen Universität České Budějovice eine quellengesättigte Diplomarbeit vor: Když se psalo Anno Uhui. Spolek Schlaraffia v českých zemích v letech 1859–1939. [HLA-12] Ihr Anhang enthält unter anderem die vollständige namentliche Liste der 23 Praga-Gründer — die Grundlage für → Die Urschlaraffen auf dieser Seite.

Warum das für eine Gedenkseite zählt

Eine Vereinsseite, die ihre Behauptungen an unabhängiger Fachliteratur misst und offene Fragen offen benennt, ist zitierfähig — für Historikerinnen und Historiker ebenso wie für künftige Schlaraffen. Das vollständige Quellenverzeichnis dieser Seite steht unter → Quellen und Literatur, die offenen Fragen unter → Was wir nicht wissen.

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