Bewegtbild und Ton

Kein historisches Filmmaterial war lange bekannt — bis ein möglicher Sensationsfund auftauchte. Dazu vier moderne Filme und der wertvollste Tonfund.

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Geprüft wurden YouTube, Vimeo, archive.org, Europeana, die offizielle Filmseite des Verbandes Allschlaraffia, die ČT und die erreichbaren Filmarchivkataloge. Das Ergebnis war lange eindeutig: kein öffentlich auffindbares historisches Filmmaterial der Schlaraffia Praga. Das hat einen sachlichen Grund. Die Schlaraffia war ein geschlossener Bund, dessen Sippungen nicht öffentlich waren — es gab keinen Anlass für eine Wochenschau, in eine Burg zu filmen, und wenig Neigung, Kamerateams hineinzulassen. Was überliefert ist, ist Papier und Fotografie.

Eine Gedenkseite, die sagt „hiervon gibt es keine Bilder, und das ist selbst ein Befund", ist stärker als eine, die die Lücke mit Werbeclips heutiger Reyche kaschiert. Deshalb steht das hier so offen.

Ein möglicher Sensationsfund — noch nicht zeigbar

Am 21. September stellte David Hinzmann in der Facebook-Gruppe „Schlaraffenforum" einen gut 21-minütigen Stummfilm ein. Er zeigt handgezeichnete Vorspann-Titelkarten in Fraktur — „Gefext von Junkermeister Sketsch", „Filmtitel gezeichnet von Prüfling Köhler", gedreht mit einer Cine-Kodak Special 16 mm auf Kodak-Super-Sensitive-Material — dann den Haupttitel „Allmutter Praga" mit dem Praga-Wappen, das Wappen in Großaufnahme mit dem Spruchband „In arte voluptas", und schließlich Innenaufnahmen: eine Uhu-Figur, Schlaraffen im Ornat mit Spitzkappen, ein voll besetzter Sippungssaal mit Kronleuchtern und erhöhtem Podest.

Die Cine-Kodak Special kam 1933 auf den Markt; das Filmmaterial war der frühen bis mittleren 1930er Jahre. Das datiert den Film, wenn die Zuordnung stimmt, in die letzten Jahre der Allmutter Praga vor ihrem Erlöschen 1938/39 — möglicherweise auf das 75. Stiftungsfest von 1934, worauf eine im Bild angeschnittene Titelzeile hindeutet, die auf „…-Jahre" endet. Das ist noch nicht belegt.

Falls sich das bestätigt, wäre es der einzige bekannte Bewegtbild-Zeuge der Allmutter Praga überhaupt — aufgenommen in der Burg in der Stephansgasse, deren Rittersaal 1976 abgerissen wurde, also das einzige bewegte Bild eines Raumes, den es nicht mehr gibt.

Warum hier trotzdem nichts zu sehen ist: Die eingestellte Fassung wurde nicht heruntergeladen — Facebooks Nutzungsbedingungen untersagen das, und die Bildrechte liegen ohnehin nicht bei Facebook, sondern beim Filmenden bzw. seinen Rechtsnachfolgern. Eine Facebook-Einbettung auf dieser Seite scheidet ebenfalls aus: Sie würde, anders als eine youtube-nocookie- oder Vimeo-Einbindung, weitreichend Daten an Meta übertragen, auch ohne Klick. Der richtige nächste Schritt ist eine direkte Anfrage an David Hinzmann über die Gruppe Schlaraffenforum — unter anderem danach, ob der Filmstreifen selbst noch existiert (die vorliegende, stark komprimierte Fassung stammt erkennbar von einer Video-Kopie, nicht vom Original) und ob eine Verwendung hier möglich wäre. Diese Anfrage ist vorbereitet, aber noch nicht beantwortet.

Vier moderne Filme

Was sich zeigen lässt, ist neueres Material — sorgfältig ausgewählt, DSGVO-konform eingebunden (siehe unten):

Vorschaubild: BR Kalenderblatt zum 10. Oktober 1859
BR Kalenderblatt: 10. Oktober 1859 — Männerbund „Schlaraffia" gegründet. Autor Xaver Frühbeis, Bayerischer Rundfunk, 2018 (3:46). Der inhaltlich passgenaueste Fund: ein senderverantworteter Beitrag über genau dieses Gründungsdatum. Beim Klick auf ▶ wird eine Verbindung zu YouTube (nocookie-Domain) aufgebaut und es werden Daten übertragen. Mehr in der Datenschutzerklärung.
Vorschaubild: Der Schlaraffische Uhu am Dollarschein
Der Schlaraffische Uhu am Dollarschein. Rtt Parodidi und Jumbo, archivgestützt (6:58) — mit Kapitelmarken, was diese Fassung für den Einstieg besonders geeignet macht. Beim Klick auf ▶ wird eine Verbindung zu YouTube (nocookie-Domain) aufgebaut und es werden Daten übertragen. Mehr in der Datenschutzerklärung.

Ein dritter Film ist identifiziert, aber noch nicht eingebunden: „150 Jahre Allschlaraffia", Rt Tonio der Vielsaitige im Auftrag des Allschlaraffenrates, 2009 (1:13:43, Vimeo). Vor der Einbindung muss der Film vollständig gesichtet werden, um die Praga-Passage mit Zeitmarke zu bestimmen, und die Rechte sind beim Verband zu klären — beides steht noch aus.

Ein vierter Film, „Was ist Schlaraffia" (Verbandsfilm, 5:26, Vimeo), gehört nicht in den Geschichtsteil, sondern in die Einführung: → Was ist Schlaraffia?

Was ausdrücklich nicht eingebunden wird

Die „UHUs TÖNENDE WOCHENSCHAU" — der Name ist reine Stilisierung, es sind moderne Magazinsendungen von 2021–2023 ohne Archivmaterial. Ebenso nicht: Concil-Werbeclips, Regionalfernsehbeiträge über heutige Reyche, Handyaufnahmen. Und der Kanal „SchlaraffiaTV" gehört einem Matratzenhersteller, nicht dem Bund — er gehört aus jeder Suchliste gestrichen.

Der wertvollste Tonfund

Kein Video, sondern eine Rundfunksendung: Radio Prague International sendete am 17. September 2000 den Beitrag „Herzog Wenzel der Dritte — der letzte Prager Schlaraffe" von Jürgen Webermann über Jaroslav Charvát (1924–2010), der nach 1989 begann, die Schlaraffia in Prag wiederzubeleben. Ein Zeitzeuge, der über das Ende und die Wiederbelebung spricht, trägt eine Gedenkseite anders als jeder Jubiläumsfilm. Der Beitrag liegt bislang nur in RealAudio vor, einem toten Format — eine Anfrage bei Radio Prague International nach einer MP3-Fassung und der Erlaubnis zur Einbindung ist vorgemerkt, aber noch nicht gestellt.

Wie die Videos eingebunden sind

Zwei-Klick-Lösung: Zunächst ist nur ein selbst gehostetes Vorschaubild mit Abspielknopf zu sehen. Erst der bewusste Klick lädt den Player — von youtube-nocookie.com bzw. mit dnt=1 von Vimeo. Vorher wird keine Verbindung zu den Videoanbietern aufgebaut, kein preconnect und kein dns-prefetch gesetzt. Mehr dazu: → Datenschutz.

Etwas gefunden, das noch fehlt?

Vor allem eine Antwort von David Hinzmann wäre ein großer Schritt. Aber auch jeder andere Hinweis auf Bewegtbild oder Ton zur Allmutter Praga ist willkommen: → Mitwirken und korrigieren.

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