Die Rundtour

Die Praga zog zwölfmal um, bevor sie 1897 ein eigenes Haus bezog. Die Stationen dieser Wanderung, mit damaliger und heutiger Adresse, als Rundgang durch das heutige Prag.

Die Praga ist zwölfmal umgezogen, bevor sie ein eigenes Haus hatte. Wer diesen Weg nachgeht, läuft durch die Prager Neustadt und Altstadt — und durch achtunddreißig Jahre Vereinsgeschichte.

Die Stationen

Von der Gründung 1859 bis zum Einzug in die eigene Burg 1897 tagte die Schlaraffia in mindestens neun verschiedenen Prager Wirtshäusern, einige davon mehrfach. Drasal zählte den Umzug zur Kropmannia 1872 selbst als den zehnten Wohnungswechsel — die Praga war es gewohnt, ihre Sippungen dorthin zu tragen, wo gerade Platz und Wirt stimmten.

# Lokal Zeitraum Adresse damals Adresse heute
Freund's Restauration — Gründungsort, 10. Oktober 1859 1859 Ecke Wassergasse/Grube, Haus 698/II Ecke Vodičkova 32 / V Jámě 1 (Haus abgerissen)
1 Gasthaus zum Hopfenstock ab Herbst 1860, dreimal Wassergasse 674/II Navrátilova 674/2 (Brokoff-Portal erhalten, Haus 1928 abgerissen)
2 Bierfeste „Stadt Jerusalem" ab 9. Februar 1861
3 Neustädter Theater-Restauration ab 14. Mai 1861, zweimal Theater vor dem Rossthore nahe der heutigen Státní opera, Wilsonova 4
4 Kaiser von Österreich ab 15. Juni 1861, einen Monat
5 Koppmannia / Kropmannia ab Oktober 1863, hier zog der ausgestopfte Uhu vor den Regierungstisch Tempelgasse 649 Templová 6
6 Geisleriana ab 16. Oktober 1869
7 Libalia / Libalburg ab 10. Oktober 1874 Ferdinandstraße 20 Národní třída 20
8 Teutoburg im Deutschen Haus ab 13. Oktober 1877, zwanzig Jahre Am Graben 36 Slovanský dům, Na Příkopě 22
9 Allmutterburg, Stephansgasse — eigenes Haus Einzug 13. November 1897 bis 1939 Stefansgasse 36, čp. 623/II Štěpánská 623/40, heute Hotel Almanac X Alcron

Für Narrenabende nutzte die Praga zusätzlich den Saal des Sophien-Palasts (Žofín) auf der Moldauinsel. Informeller Treffpunkt war das Café Continental an der Prikopy; reisende Sassen übernachteten meist im Hotel Central in der Hybernská.

Vom „Teutoburg" zur „Allmutterburg"

Bis 1897 hieß das Haus im Deutschen Casino „Teutoburg". Erst mit dem eigenen Haus in der Stephansgasse setzte sich der Name „Allmutterburg" durch — die schlaraffische Binnenliteratur verwendet danach oft beide Begriffe durcheinander, meint aber ab 1897 immer dasselbe Haus.

Zwei zusätzliche Orte

Für Narrenabende — die ausgelassenen, karnevalesken Sippungen — griff die Praga auf den Festsaal des Sophien-Palasts zurück, wo Antonín Dvořák 1878 sein erstes eigenes Konzert gab und wo Bedřich Smetanas „Mein Vaterland" 1882 uraufgeführt wurde. Ein Ort also, an dem sich schlaraffischer Humor und die große Prager Musikgeschichte kurz berührten.

Vom Gründungslokal zur eigenen Burg

Wer der Rundtour folgt, geht denselben Weg wie die Praga selbst: vom namenlosen Wirtshaus an der Ecke Wassergasse/Grube (→ Freund's Restauration) über acht Zwischenstationen bis zur eigenen Burg in der Stephansgasse (→ Die Allmutterburg) — von einer Gruppe ohne Namen und Statuten zu einem Reych mit eigenem Rittersaal, in achtunddreißig Jahren.

Die Rundtour auf der Karte

Kartendarstellung: eigener Kachelvorrat auf dieser Domain, keine Verbindung zu fremden Kartenservern. © OpenStreetmap-Mitwirkende.

Die neun Stationen in der Neustadt und Altstadt lassen sich zu Fuß in gut zwei Stunden ablaufen. Zwei weitere Orte liegen außerhalb dieses Kartenausschnitts, mehrere Kilometer östlich in Žižkov, und sind hier nur als Liste geführt:

Quellen zu dieser Seite: Drasal, Chronica Allschlaraffiae; Chronik des Verbandes Allschlaraffia, Band I; Kalašová, Allmutterburg, 2025.

Zurück zu Der Ort in Prag