
Was er ist
Das größte und schönste erhaltene Stück der Allmutter Praga. Gebaut 1896 — nicht für die Gründungsräume, sondern für die neue, prunkvollere Burg in der Stephansgasse, die ein Jahr später bezogen wurde. Mit einer Original-Höhe von fünf Metern und fünfunddreißig Zentimetern war er das beherrschende Möbelstück des Rittersaals.
Wie er verschwand — und wiedergefunden wurde
Nach der erzwungenen Auflösung 1939 verliert sich seine Spur für über zwei Jahrzehnte. Erst in den 1960er Jahren taucht er wieder auf: im Hotel Alcron in Prag, in desolatem Zustand — offenbar irgendwann als Ausstattungsstück oder Abstellgut in das Hotel geraten, das später auf dem Grund der ehemaligen Praga-Burg selbst gebaut werden sollte.
Die Rettung nach Bielefeld
Heiligabend 1966 wird der Schrein nach Bielefeld gebracht. In der Tischlerei der Firma Oetker wird er restauriert, im März 1967 öffentlich vorgestellt — 28 Jahre nach der Auflösung der Allmutter.
Geteilt, um zu passen — die drei Teile
Für die Bielefelder Burg war er, in seiner vollen Höhe, zu groß. Das Reych Ravensbergia beschreibt, was daraus wurde:
„Unser Kleinod, eine schlaraffische Reliquie, ist der Ahalla-Schrein der hohen Praga. Mit seiner Original-Höhe von fünf Metern und 35 Zentimetern ist der Schrein für unsere Burg zu hoch, wir mußten ihn dreiteilen: der mittlere Teil ist und bleibt unser Ahalla-Schrein, der obere dient uns als Thron, den unteren Teil findet Ihr als Unterlage für das Schmierbuch. Die dramatische Geschichte der Rettung des Schreins aus den Ruinen der Praga-Burg und seiner Restaurierung liegt als kleine Broschüre bei unserem Kantzler für Euch bereit."
— Selbstdarstellung h. R. Ravensbergia
Aus einem Möbelstück wurden drei: ein Schrein, ein Thron, eine Schreibunterlage — verstreut im selben Raum, aber beisammen.
Wer ihn heute hütet
Heutiger Hüter ist Prof. Dr. Ekkehard Pröve, Rt Ei Ei Ei der sich Entwickelnde, Burg Ravensbergia, Hermannstraße 32a, 33602 Bielefeld.
Quellen zu dieser Seite: Chronik des Verbandes Allschlaraffia, Band IV; Selbstdarstellung des h. R. Ravensbergia.
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